Was ist Gooning?
Gooning ist ein Zustand erotischer Dissoziation, der durch wiederholte Stimulation erreicht wird und in dem die Person in eine tiefe, sinnliche Trance fällt. Es geht nicht darum, das Vergnügen zu verlängern oder sich dem Orgasmus zu nähern – es geht darum, die Kontrolle völlig loszulassen und den Körper in reiner Empfindung existieren zu lassen.
In einem Goon-Zustand verlangsamen sich die Gedanken oder verschwinden ganz. Das Streicheln geht weiter, oft automatisch, während der Körper sich selbst antreibt und der Geist in einen nebligen, schwebenden Raum driftet, in dem Sprache, Zeit und Absicht sich auflösen. Das Ziel ist nicht der Höhepunkt. Tatsächlich sind sich viele Gooner gar nicht bewusst, ob sie sich dem Höhepunkt nähern oder nicht. Stattdessen versinken sie in den Rhythmus – die Rückkopplungsschleife zwischen dem, was gesehen, gefühlt, gehört und fantasiert wird –, bis alles andere verblasst.
Gooning beinhaltet oft Pornos, Mantras oder vertraute visuelle Auslöser, aber diese sind nicht unbedingt notwendig. Was Gooning ausmacht, sind nicht die Hilfsmittel, sondern der Zustand selbst. Der Körper ist aktiv, der Geist passiv, und eine Art leere, summende Freude übernimmt die Kontrolle. Manche beschreiben diesen Zustand als „dumm geil“, andere als heilig oder meditativ. Er kann in zehn Minuten oder drei Stunden erreicht werden. Es gibt keine vorgeschriebene Dauer, Technik oder Schwelle. Gooning ist keine Methode – es ist eine Erfahrung.
In diesem Zusammenhang ist Edging etwas ganz anderes. Beim Edging geht es um Zurückhaltung und Verzögerung, beim Gooning um Hingabe und Selbstverlust. Man kann eine Edging-Session beginnen und versehentlich goonen, wenn die Grenzen verschwinden und die Trance die Oberhand gewinnt. (Siehe „Edging”)
Gooning kann allein oder in Gesellschaft stattfinden, aber der Raum ist innerlich. Es ist keine Performance und folgt keinem Drehbuch. Es gibt keine richtige Haltung, keine Ziellinie und keine Checkliste. Gooning lebt im tiefen Inneren des Einzelnen: körperlich, emotional und manchmal spirituell.
Quellen, die sich mit Gooning eher anhand von Geschichten als aus eigener Erfahrung befassen, könnten zu falschen Definitionen dessen kommen, was Gooning ist. Gooning ist etwas Persönliches. Es ist keine Vorführung und nicht von Natur aus süchtig machend, gefährlich oder beschämend. Es ist eine der vielen authentischen Möglichkeiten, wie Menschen in veränderte erotische Zustände gelangen.
Für diejenigen, die regelmäßig goonen, wird es zu einem vertrauten Raum. Keine Routine, sondern eine Rückkehr. Der Körper kennt den Weg und der Geist weiß, wann er loslassen muss.